Bildungscontrolling

In der betrieblichen Praxis orientiert sich die Planung von Bildungsmaßnahmen viel zu selten an den tatsächlich zu realisierenden Lernzielen. Die Enttäuschung nach Maßnahmenende ist dann häufig groß, weil der gewünschte Erfolg nicht eintritt. In Zeiten ständig steigender Anforderungen an die Mitarbeiter ist unter Berücksichtigung knapper werdender Bildungsbudgets jedoch entscheidend, dass bei allen betrieblichen Bildungsaktivitäten Wirtschaftlichkeit (Effizienz) und Zielerreichung (Effektivität) unbedingt beachtet werden.

Die dazu notwendigen Konzepte werden in Literatur und Praxis unter dem Begriff Bildungscontrolling zusammengefasst.

Bildungscontrolling bedeutet eine systematische Lernerfolgskontrolle, die bei der Gestaltung von Bildungsmaßnahmen bereits in der Zielformulierung ansetzt und Planung, Teilnehmervorbereitung, Maßnahmendurchführung, Teilnehmernachbereitung und Erfolgskontrolle als einen ganzheitliche Prozess betrachtet. Durch diese Vorgehensweise kann der Lernerfolg deutlich gesteigert werden.

Langjährige Erfahrungen in der Trainingspraxis sowie Forschungsergebnisse an der Hochschule St. Gallen (Wunderer, Fröhlich) machen deutlich, dass der Bildungsnutzen für die Zielebenen Wissens-, Einstellungs-, Verhaltens- und Ergebnisveränderung pro Teilnehmer jeweils getrennt geplant werden muss, um einen möglichst hohen Lernerfolg zu erzielen. Dieser zunächst höhere Aufwand für die Bildungsexperten, Trainer und Teilnehmer fördert jedoch die Aufmerksamkeit der Teilnehmer für ihre persönlichen Lernziele und ermöglicht ihnen gezielte und später nachprüfbare Veränderungen im Wissen, in der persönlichen Einstellung, im Arbeitsverhalten und in den Arbeitsergebnissen der Teilnehmer.

Nach jeder Bildungsmaßnahme findet unter Federführung der Bildungsexperten eine systematische Ergebnisbewertung statt. Dabei können insbesondere folgende Instrumente eingesetzt werden:

  • Qualitative Bildungsbedarfsanalyse, die sich neben dem Anforderungsprofil der Stellen auch an den strategischen Unternehmenszielen orientiert und die gewünschte Veränderung im Mitarbeiterpotential für die drei oben genannten Zielebenen pro Teilnehmer ermittelt
  • Operationalisierte Lernzieldefinition
  • Fragebogen für die Teilnehmer einer Bildungsmaßnahme
  • Trainer-Interview über Teilnehmerleistungen
  • Teilnehmer-Interview bei der praktischen Anwendung durch Vorgesetzten oder Bildungsexperten
  • Kombinierte Teilnehmerbeurteilung vor der Bildungsmaßnahme und nach der anschließenden Praxisphase
  • Interview von Bezugspersonen des Teilnehmers in der Praxisphase nach der Bildungsmaßnahme
  • Hospitanz durch den Trainer oder andere Personen bei der praktischen Umsetzung durch den Teilnehmer

Betont werden muss jedoch, dass ein derart zielbezogener Bildungsprozess nicht vom Top-Management verordnet werden kann, sondern von den Beteiligten und deren Vorgesetzten mitgetragen werden muss. Da die Teilnehmer im Normalfall ihre persönlichen Defizite kennen und sich weiterentwickeln möchten, fördert dieser Prozess nahezu immer die Lernmotivation der Teilnehmer, was sich wiederum auf die angestrebten Lernziele positiv auswirkt.

Durch die Implementierung eines Bildungscontrollings werden Führungskräfte und Mitarbeiter auch stärker in die Verantwortung für Kosten und Nutzen von Bildungsmaßnahmen eingebunden. Außerdem dienen alle gewonnenen Erkenntnisse für die Unternehmensleitung und alle Bildungsverantwortlichen als Entscheidungs- und Bewertungsgrundlage für zukünftige Bildungsstrategien und -aktivitäten. Zusätzlich entsteht im Unternehmen eine offene und flexible Lernkultur.

Um jedoch alle dabei anfallenden und erforderlichen Informationen bzw. Daten für Planung, Disposition und Entscheidung umfassend und kurzfristig verfügbar zu halten, bedarf es einer geeigneten Personalsoftware, da die in den Unternehmen verfügbaren Abrechnungssysteme für diesen Zweck nicht geeignet sind.

Speziell für Bildungszwecke entwickelte Software-Module wie z.B. Persis Weiterbildung und Persis Personalentwicklung weisen hier den richtigen Weg.

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